Mieterproteste in Spanien wirken | Regeln für Öko-Labels | Singapur belohnt Lesen | Regenwurmgänge steigern Ernte
Shownotes
Jeden Sonntag gibt es hier die guten Nachrichten der Woche.
Kontaktiert uns hier: Weltaufgang@goodnews-magazin.de
Moderation: Anni Biemann
Musik: Binta Hübener & Steven Akinwale
Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen zu den Good News der Woche.
00:00:13: Ich bin Annie Biemann vom Good News-Magazin, ihr hört Weltaufgangen und das sind die guten Nachrichten dieser Woche!
00:00:20: Neue EU-Regeln setzen strengere Anforderungen an Ökolabels.
00:00:24: Mietrechtprotest in Spanien zeigt Wirkung.
00:00:27: Leseförderung mit Anreiz – Die Regierung in Singapur testet Belohnungsmodell fürs Lesen.
00:00:33: Künstliche Regenwurmgänge steigern im Feldversuch die Getreideerträge.
00:00:38: Über Begriffe wie umweltfreundlich, grün und klimaneutral stäubern wir beim Einkaufen im Supermarkt ständig.
00:00:45: In Zukunft sollen genau diese Begriffs vertrauenswürdiger für Verbraucherinnen werden.
00:00:51: Seit September geht in der EU die Empowering Consumers Directive.
00:00:55: Durch diese Richtlinie sollen Umweltversprechen in Zukunft nur mit handfesten Nachweisen auf Verpackungen gedruckt werden dürfen.
00:01:02: Diese Umweltversprechung beeinflussen uns täglich in unseren Kaufentscheidungen und das, obwohl laut der Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG rund dreieinfünfzig Prozent dieser Aussagen Waage und Nichts sagen sind.
00:01:15: Nachweise gibt es in den wenigsten Fällen!
00:01:19: Mit der neuen Regelung soll sich das aber jetzt ändern – während Hand von Texten, Bildern, Grafiken und Symbolen auf Verpackungen mit solchen Begriffen wirbt, sollen Zukunft die entsprechenden Umweltleistungen nachweisen.
00:01:32: Das geht auch für Zielorientierung, wie zum Beispiel bis zu den Klimaneutralen, welche zukünftig mit detaillierten Plänen unterlegt werden müssen.
00:01:41: Diese Pläne sollen zudem von externen Sachverständigen geprüft werden.
00:01:45: Wir können uns also darauf einstellen dass die Pauschalgrünen versprechen in Supermärkten in Zukunft weniger werden.
00:01:52: Dafür können wir uns auf geprüfte Zertifizierte oder staatliche Siegel, die tatsächlich etwas über die Umweltperformance Aussagen freuen.
00:02:01: Begriffe wie Mieterschutz, Wohnungsnot und Zwangsräumung stehen in Spanien aktuell für eine Geschichte die viel Empörung ausgelöst hat aber am Ende auch etwas bewegt.
00:02:12: Ende September wurde die siebenundachtzigjährige Marie Kahn aus ihrer Wohnung in Madrid zwangskräumt.
00:02:17: nach einer Mieterhöhren konnte sie ihre Miete nicht mehr zahlen.
00:02:21: Die Rentnerin hatte siebzig Jahre lang in der Wohnung gelebt.
00:02:24: Nach der Räumung kamen Sie ins Krankenhaus.
00:02:27: Der Fall sorgte landesweit für Proteste.
00:02:30: Zehntausende Menschen gingen im Madrid auf die Straße und forderten besseren Mieterschutz.
00:02:35: Unter dem Hashtag, Meet Two bereitet es sich die Bewegung schnell auf weitere Städte aus.
00:02:40: Der Konsens – so was darf nicht nochmal sein!
00:02:44: Die spanische Regierung steht durch die Prozesse unter Druck.
00:02:47: Ein sogenanntes Marikamen-Dekret ist in Arbeit.
00:02:50: Miete in Gewerkschaften hatten klare Forderungen, keine Räumungen oder alternative Wohnungen unbefristete Mietverträge und Mieten, die sich an Einkommen orientieren.
00:03:01: Linke Parteien schließen sich diesen Forderungen an!
00:03:04: Ob das komplette Programm kommt, ist noch offen.
00:03:07: Aber allein die Debatte zeigt, dass Thema ist angekommen.
00:03:10: Eine gute Nachricht lässt sich aber jetzt schon verkünden!
00:03:14: Nach mehrstündigen Verhandlungen konnte die siebenundachtzigjährige Marie Kahn zurück in ihre Wohnung.
00:03:19: Ihre Anwältin bestätigt die Einigung mit den Eigentümern.
00:03:23: Details wie die künftige Miete wohnen nicht öffentlich – aber die siebundacht zigjährige ist wieder zu Hause….
00:03:29: Am Ende zeigt der Fall eins, wenn Menschen zusammenkommen und ihre Stimme erheben kann sich die Politik bewegen.
00:03:35: Und genau das gibt Hoffnung für Marikam und viele andere MieterInnen in Spanien.
00:03:41: Fürs Lesen bezahlt werden klingt erstmal wie ein Scherz ist in Singapur seit kurzer Zeit aber Realität.
00:03:47: In Singapore startet die staatliche Leseförderinitiative Read SG Challenge.
00:03:53: Für fünfzigmal, fünfzehn Minuten Lesen bekommen die Bürger ein Singapur-Dollar.
00:03:57: Das entspricht ungefähr achtundsechzig Cent!
00:04:00: Diese können sie sammeln und später bei teilnehmenden Handelspartnern ausgeben.
00:04:05: Mit der Initiative will die Regierung den zunehmenden Entwicklungen wie Doomscrolling und der digitalen Reizüberflutung entgegenwirken – auch möchte sie die Konzentration des kritischen Denks und die Vorstellungskraft der Bevölkerung fördern.
00:04:20: Mit solchen Belohnungssystemen arbeitet die Regierung nicht nur in der Bildung, sondern auch schon erfolgreich im Gesundheitssystem.
00:04:27: Hier möchte sie unter anderem die Bewegung der Bevölkerung fördern.
00:04:30: Langfristiges Ziel ist bei der Read SG Challenge natürlich das Lesen auch ohne Belohnungen zur Gewohnheit zu machen.
00:04:37: Gegenüber The Straight Times erklären Experten nämlich Wir wissen, dass Gewohnheiten durch kleine regelmäßige Handlungen entstehen.
00:04:45: Deshalb fangen wir mit einem einfachen Ziel an!
00:04:48: Einfach jeden Tag fünfzehn Minuten lang lesen – im Bus vor dem Schlafengehen oder in der Mittagspause.
00:04:55: Arbeitsentlastung für Regenwürmer.
00:04:57: Durch künstliche angelegte Regenumgänge.
00:04:59: soll das nun geschehen?
00:05:01: Dabei ist die Entlastung der Regenwirmer zwar ein schöner Nebeneffekt tatsächlich aber gar nicht das primäre Ziel.
00:05:07: Vielmehr geht es darum Getreideerträge zu verbessern Denn Bohnenlebewesen, insbesondere Regenwürmer spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem Ackerbohn.
00:05:16: Ihre Gänge lockern verdichtete Bodenschichten.
00:05:19: So können Pflanzenwurzeln in tiefere Schichten vordringen – dort gelangen sie an zusätzliche Wasser- und Nährstoffreserven!
00:05:26: In zwei Feldversuchen wurden zusätzlich künstliche Regenwurm-Porn in den Boden eingebracht.
00:05:31: Mit einer Metallstange wohnen zu den ca.
00:05:33: sechzig natürlichen Regenwurfgängen pro Quadratmeter noch hundert zusätzlich Künstlicher angelegt, die bis zu achtzig Zentimeter tief in den Bodengestochen wurden.
00:05:43: Ergebnisse waren hier schon nach vier Monaten zu sehen!
00:05:46: Die Pflanzen nutzen die Gänge hervorragend.
00:05:49: Sechsund achti Prozent der künstlichen Gänge waren dort schon von Wurzeln durchzogen.
00:05:53: Die sogenannten Autobahnen für Wurzeln sind also ein großer Erfolg.
00:05:57: Und Forschende gehen sogar davon aus, dass der positive Effekt besonders in den trockenen Jahren stärker ausfällt!